comdirect Depot

Aktualisiert am 5. Oktober 2026

comdirect tritt als Marke der Commerzbank AG auf und betreibt das Wertpapiergeschäft aus einem Bankkonzern heraus. Das ist kein Marketingmerkmal, sondern eine Struktur: Sie entscheidet, wer Ihr Vertragspartner ist, wo Ihr Verrechnungskonto geführt wird und in welcher Form eine Order ausgeführt wird.

Diese Seite beschreibt diese drei Punkte. Sie ersetzt keinen Preisvergleich – Depotführungskosten und Ordergebühren stehen im Rechner –, sondern erklärt, was bei einem Bankdepot zu klären ist, bevor Sie die Zahlen vergleichen.

comdirect Depot im Vergleich

Der Vergleichsrechner wird hier eingebunden.

Der Rechner zeigt Depotführungskosten, Ordergebühren und Sparplankonditionen je Anbieter. Konditionen ändern sich – deshalb stehen sie dort und nicht im Text.

Unabhängig. Wir vergleichen nach Bedingungen, nicht nach Provision. Wie wir Geld verdienen, steht in Über uns.

Kurz gefasst

Art des Depots
Bankdepot innerhalb eines Bankkonzerns
Verrechnungskonto
Guthaben ist eine Einlage, nicht Sondervermögen
Vertragspartner
Das Institut im Depotvertrag – nicht der Markenname
Orderweg
Börslich als Kommission oder außerbörslich als Eigengeschäft
Zu prüfen
Preis- und Leistungsverzeichnis und Liste der Handelsplätze

Was ein Depot bei einer Bank strukturell bedeutet

Ein Depot ist rechtlich eine Verwahrung, verbunden mit der Ausführung von Aufträgen. Bei einer Bank kommt ein zweiter Teil hinzu, den ein reines Brokerhaus nicht anbieten kann: das Verrechnungskonto als Bankkonto, also als Einlage.

Für den Vergleich ist diese Struktur relevant, weil sie bestimmt, welche Leistungen zusammenhängen. Wer das Depot führt, führt in der Regel auch das Verrechnungskonto; wer Einlagen annehmen darf, ist eine Bank mit entsprechender Erlaubnis. Ein reines Wertpapierunternehmen darf das nicht.

Verwahrung
Die Wertpapiere werden für Sie gehalten; sie bleiben Ihr Eigentum und fallen nicht in die Insolvenzmasse der Bank
Verrechnungskonto
Das Konto, über das Käufe bezahlt und Verkaufserlöse gutgeschrieben werden – rechtlich ein Bankguthaben
Ausführung
Die Bank leitet Ihre Orders an einen Handelsplatz weiter oder handelt selbst mit Ihnen
Regulierung
Bank- und Wertpapierhandelsrecht gelten nebeneinander, je nachdem, welche Leistung betroffen ist

Die Konzernzugehörigkeit ändert an dieser Struktur nichts, wirft aber eine Frage auf, die in reinen Brokervergleichen fehlt: Welches Institut steht hinter welcher Leistung, und unter welcher Banklizenz läuft das Guthaben.

Ein Unterschied für den weiteren Text: Für die Wertpapiere im Depot ist die Bank nicht Ihre Schuldnerin, sondern Ihre Verwahrerin. Für das Guthaben auf dem Verrechnungskonto ist sie Ihre Schuldnerin. Die beiden Teile haben deshalb einen unterschiedlichen Schutz.

Konto und Depot: die Verbindung, die den Alltag bestimmt

Zum Depot gehört immer ein Verrechnungskonto. Bei einem Bankdepot ist die naheliegende Wahl ein Konto bei derselben Bank, und daraus entsteht eine Verbindung, die den Alltag prägt: Einzahlungen, Auszahlungen und die Abwicklung jeder Order laufen über dieses Konto.

  • Ist das Verrechnungskonto an ein Girokonto gebunden? Manche Anbieter verlangen ein Konto im Haus, andere akzeptieren ein Referenzkonto bei einer fremden Bank.
  • Was passiert, wenn Sie das Girokonto kündigen? Wird das Depot dann gekündigt, oder bleibt es bestehen? Diese Frage wird selten gestellt und selten beantwortet, bevor sie akut wird.
  • Wohin gehen Auszahlungen? Nur auf ein Konto bei derselben Bank, oder auf jedes von Ihnen benannte Konto?
  • Wie wird das Guthaben verzinst, und fällt ein Verwahrentgelt an? Ein Guthaben, das zwischen zwei Orders liegen bleibt, ist eine Einlage – mit den Regeln, die für Einlagen gelten.
  • Was kostet ein Depotübertrag? Ein Übertrag auf eine andere Bank ist möglich; ob er Kosten auslöst, steht im Preis- und Leistungsverzeichnis.

Die Verbindung hat einen praktischen Vorteil: Ein- und Auszahlungen laufen im selben Haus, ohne dass Sie sich kümmern müssen. Sie hat aber auch eine Bindungswirkung – wer sein Girokonto wechselt, wechselt unter Umständen mehr als geplant.

Die Frage, die vor dem Abschluss zu klären ist: „Kann ich das Depot führen, wenn mein Girokonto bei einer anderen Bank liegt?" Die Antwort entscheidet darüber, ob der Anbieter für Sie in Frage kommt – unabhängig von den Konditionen.

Marke, Banklizenz und wer Ihr Vertragspartner ist

comdirect tritt als Marke der Commerzbank AG auf. Marke und Vertragspartner sind aber nicht zwingend dasselbe Rechtssubjekt: Der Depotvertrag kann von der einen Gesellschaft geschlossen werden, das Verrechnungskonto von einer anderen geführt werden.

Drei Angaben, die Sie vor dem Abschluss klären sollten:

  1. Wer ist Depotbank? Der Name steht im Depotvertrag und im Preis- und Leistungsverzeichnis.
  2. Wer führt das Verrechnungskonto? Wichtig, weil das Guthaben eine Einlage ist und die Einlagensicherung an die Banklizenz anknüpft – nicht an den Markennamen.
  3. Wer ist die zuständige Aufsicht? Die Angabe steht im Impressum.

Der zweite Punkt hat eine Folge, die im Depotvergleich regelmäßig fehlt: Die gesetzliche Einlagensicherung gilt je Kunde und Bank. Führt dieselbe Bank auch Ihr Girokonto oder ein Tagesgeldkonto, zählt im Sicherungsfall die Summe Ihrer Einlagen bei dieser Bank. Marken desselben Verbunds können unter derselben Lizenz stehen.

Für die Wertpapiere selbst stellt sich diese Frage nicht: Sie sind Sondervermögen und gehören unabhängig von der Bank nicht in eine Insolvenzmasse. Der verletzliche Teil eines Bankdepots ist das Guthaben, nicht das Depot.

Prüfen Sie die beiden Namen getrennt: den Namen der Depotbank und den Namen der Bank, bei der Ihr Verrechnungskonto liegt. Solange Sie diese beiden nicht kennen, wissen Sie nicht, wer Ihnen was schuldet.

Wie eine Order läuft: Kommission oder Eigengeschäft

Bei einer Bankorder ist die entscheidende Frage, in welcher Form die Bank tätig wird. Zwei Wege sind üblich, und sie unterscheiden sich weniger im Preis als in der Stellung der Bank.

KommissionsgeschäftEigengeschäft (Festpreis)
Gegenpartei der OrderBörse oder Handelssystem; die Bank leitet weiterDie Bank selbst als Käuferin oder Verkäuferin
PreisbildungIm Orderbuch des HandelsplatzesDie Bank stellt den Kurs
Wo Sie es sehenHandelsplatz in der Order und in der AbrechnungAusweis eines Festpreises in der Abrechnung
VergleichbarkeitMit dem Börsenkurs vergleichbarNur mit Kursen anderer Anbieter vergleichbar

Warum das wichtig ist: Ein Kurs im Eigengeschäft ist kein Börsenpreis. Er kann günstig sein, aber Sie können ihn nicht ohne Weiteres gegen einen Referenzkurs prüfen. Und er ist der Grund, warum zwei Anbieter für dieselbe Aktie unterschiedlich teuer sein können, obwohl beide keine Ordergebühr verlangen.

Bei einem Bankdepot in einem Verbund kommt ein zweiter Punkt hinzu: Wird die Order an ein Handelssystem geleitet, das zum selben Konzern gehört oder an dem die Bank beteiligt ist, entsteht ein Interessenkonflikt. Ein solcher Konflikt ist zulässig, aber offenlegungspflichtig. Prüfen Sie, ob die Unterlagen ihn benennen.

Was Sie in der Abrechnung nachsehen können: den Handelsplatz, die Gegenpartei und den Ausweis, ob ein Festpreis oder eine Kommission vorlag. Diese drei Angaben sagen Ihnen, wie Ihr Preis zustande gekommen ist – und ob ein Vergleich mit dem Börsenkurs möglich ist.

Was die Konzernzugehörigkeit nicht leistet

Die Zugehörigkeit zu einem Bankkonzern wird in der Werbung als Sicherheit dargestellt. Was sie konkret ist und was nicht:

  • Keine Haftung für Anlageverluste. Das Marktrisiko Ihrer Wertpapiere tragen Sie; die Größe des Verbunds ändert daran nichts.
  • Keine Einlagensicherung für das Depot. Wertpapiere sind keine Einlage. Geschützt ist nur das Guthaben – und auch das nur nach den Regeln der Einlagensicherung für die kontoführende Bank.
  • Keine Zusage zur Ausführungsqualität. Ob Ihre Order günstig ausgeführt wird, entscheidet sich an Handelsplatz, Ordertyp und Kursstellung – nicht an der Größe der Gruppe.
  • Kein Konzern-Beschwerdeweg. Beschwerden richten sich an Ihren Vertragspartner und, wenn er sich einem Ombudsmann angeschlossen hat, an diesen.

Was der Verbund leisten kann, ist etwas Alltäglicheres: eine Bank, die Ihr Verrechnungskonto als Einlage führen darf, und die Möglichkeit, Leistungen mit einem Girokonto zu verbinden. Ob Ihnen das etwas wert ist, hängt davon ab, ob Sie dieses Konto ohnehin bei derselben Bank führen.

Für den Vergleich heißt das: Fragen Sie nach dem Preis- und Leistungsverzeichnis und nach der Liste der Handelsplätze. Die Handelsplatzliste entscheidet über die Ausführung, das Verzeichnis über die Kosten – beides ist vor dem Abschluss zugänglich.

Worauf Sie bei diesem Angebot achten sollten

In dieser Reihenfolge geprüft:

  1. Wer ist Depotbank, und wer führt das Verrechnungskonto? Beide Namen, nicht nur die Marke.
  2. Ist ein Konto im Haus Voraussetzung? Und was geschieht mit dem Depot, wenn dieses Konto endet?
  3. Einlagensicherung: Führt dieselbe Bank weitere Konten von Ihnen, zählt die Summe der Einlagen bei dieser Bank.
  4. Orderweg: Wird die Order an einer Börse kommissioniert oder als Eigengeschäft mit der Bank abgerechnet?
  5. Handelsplätze: Welche stehen zur Wahl, und gibt es einen Weg außerhalb der Börsenzeiten?
  6. Preis- und Leistungsverzeichnis: Depotführung, Orderkosten, Auszahlungen, Depotübertrag.
  7. Kosten und Bedingungen der angebotenen Depots – dafür ist der Rechner auf dieser Seite da.

Die Struktur sagt nichts über die Kosten. Ein Bankdepot kann günstiger sein als ein Broker und umgekehrt. Was die Struktur bestimmt, ist etwas anderes: wen Sie im Streitfall ansprechen, wessen Lizenz für Ihr Guthaben zählt und auf welchem Weg Ihre Order ausgeführt wird.

Häufige Fragen

Was ist an einem Bankdepot anders als an einem reinen Broker?

Eine Bank darf das Verrechnungskonto als Einlage führen und verbindet damit Konto und Depot. Ein reines Wertpapierunternehmen darf das nicht. Für Sie bedeutet das: Das Guthaben ist eine Einlage mit Einlagensicherung, während die Wertpapiere als Sondervermögen unabhängig von der Bank geschützt sind.

Brauche ich ein comdirect Girokonto für das Depot?

Das hängt vom Angebot ab. Klären Sie vor dem Abschluss, ob ein Konto im Haus Voraussetzung ist, was ein solches Konto kostet und was mit dem Depot geschieht, wenn Sie das Konto später kündigen. Diese Frage entscheidet oft mehr über die Eignung als die Ordergebühr.

Ist mein Geld bei comdirect gesichert?

Zwei Teile, zwei Regelungen: Wertpapiere im Depot sind Sondervermögen und fallen nicht in eine Insolvenzmasse. Das Guthaben auf dem Verrechnungskonto ist eine Einlage und unterliegt der gesetzlichen Einlagensicherung je Kunde und Bank. Entscheidend ist die Banklizenz, nicht der Markenname.

Wer ist mein Vertragspartner?

Das Institut, das im Depotvertrag genannt ist – nicht der Markenname auf der Website. Prüfen Sie zusätzlich, welche Bank das Verrechnungskonto führt. Beide Angaben stehen im Depotvertrag, im Preis- und Leistungsverzeichnis und im Impressum.

Was ist der Unterschied zwischen Kommission und Festpreisgeschäft?

Bei einem Kommissionsgeschäft leitet die Bank Ihre Order an eine Börse oder ein Handelssystem weiter; der Preis entsteht dort. Bei einem Eigengeschäft ist die Bank Ihre Gegenpartei und stellt den Kurs selbst. Ein Festpreis ist kein Börsenpreis und lässt sich deshalb nur eingeschränkt mit einem Referenzkurs vergleichen.

Wie erkenne ich, ob meine Order günstig ausgeführt wurde?

Sehen Sie in der Abrechnung nach, welcher Handelsplatz ausgewiesen ist und ob ein Festpreis oder eine Kommission vorlag. Bei einer Börsenorder können Sie den Ausführungskurs mit dem Kurs zum Zeitpunkt der Order vergleichen. Bei einem Festpreis fehlt dieser Maßstab.

Kann ich mein Depot zu einer anderen Bank übertragen?

Ja, ein Depotübertrag ist möglich. Ob er Kosten auslöst, steht im Preis- und Leistungsverzeichnis; prüfen Sie das vor dem Abschluss, solange Sie die Wahl haben. Übertragen werden die Wertpapiere – ein Guthaben auf dem Verrechnungskonto wird getrennt ausgezahlt.

Bringt die Zugehörigkeit zu einem Bankkonzern Vorteile bei der Geldanlage?

Für die Anlage selbst nicht: Das Marktrisiko tragen Sie, und die Größe der Gruppe ändert an den Kursen nichts. Vorteile können in der Verbindung von Konto und Depot liegen. Für die Kosten ist das Preis- und Leistungsverzeichnis maßgeblich, nicht die Konzernzugehörigkeit.